SIM-Karte und WLAN: Online bleiben in Berlin
Jakob Schick
Wer heute nach Berlin reist und sich fragt, ob man sich vorher um eine SIM-Karte kümmern muss, kann in den meisten Fällen aufatmen. Die Situation hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert — sowohl was mobiles Netz als auch was öffentliches WLAN betrifft.
EU- und EWR-Besucher: Einfach loslegen
Seit 2017 gilt in der gesamten Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum: Roaming-Aufschläge sind abgeschafft. Wer mit einem deutschen, französischen, spanischen oder anderen EU-Tarif nach Berlin kommt, nutzt einfach sein heimisches Datenvolumen und zahlt keinen Cent extra. Karte einlegen, Daten aktivieren, fertig.
Das gilt für die meisten EWR-Länder wie Norwegen, Island und Liechtenstein genauso. Für Besuchende aus der Schweiz oder Großbritannien sieht es anders aus — hier empfiehlt sich ein Blick in den eigenen Vertrag, bevor man die Datennutzung sorglos ausweitet.
Optionen fĂĽr Besuchende von auĂźerhalb der EU
Wer kein EU-Roaming nutzen kann, hat in Berlin mehrere gute Möglichkeiten:
Aldi Talk bietet Prepaid-SIMs mit 15 GB und Telefonflat für rund 10 Euro an — erhältlich in jedem Aldi Nord und Aldi Süd. Ähnlich günstig ist Lidl Connect, das in Lidl-Filialen verkauft wird. Beide sind unkompliziert, günstig und für eine Woche Berlin völlig ausreichend.
Wer mehr Volumen oder bessere Netzabdeckung braucht, schaut bei O2 My Prepaid vorbei — erhältlich in O2-Stores und Elektronikmärkten wie Saturn und MediaMarkt. Die Pakete kosten mehr, bieten dafür aber deutlich mehr Daten.
Eine bequeme Alternative, besonders für Kurztrips: eSIMs von Anbietern wie Airalo oder Holafly. Die kauft man bereits von zu Hause aus online, lädt sie aufs Handy und ist beim Landen sofort online — ohne Warteschlange, ohne Schalter, ohne physische Karte. Preise variieren je nach Paket und Anbieter, aber für 7 Tage Berlin ist man meist unter 15 Euro dabei.
Registrierungspflicht — Ausweis nicht vergessen
Ein wichtiger Hinweis: Alle deutschen Prepaid-SIM-Karten unterliegen der Registrierungspflicht. Beim Kauf muss man sich mit Reisepass oder Personalausweis identifizieren. Das gilt für Aldi Talk, Lidl Connect und alle anderen Anbieter gleichermaßen. Ohne Dokument keine SIM — also vorsorgen.
Kostenloses WLAN in der ganzen Stadt
Wer sparsam mit Daten umgehen will, findet in Berlin zahlreiche kostenlose WLAN-Angebote. Das gesamte BVG-Netz — U-Bahn, S-Bahn und Busse — ist mit WLAN ausgestattet. Die Verbindung wird entweder über eine kurze E-Mail-Registrierung freigeschaltet oder direkt über die BVG-App. Die Qualität schwankt, für kurze Fahrten und schnelles Nachrichten-Checken reicht sie aber gut.
Cafés und Restaurants bieten praktisch überall WLAN an — einfach fragen oder auf der Karte schauen. Die Stadt betreibt außerdem das Netzwerk Free WiFi Berlin mit öffentlichen Hotspots an den wichtigsten Touristenstandorten: am Brandenburger Tor, auf der Museumsinsel, am Alexanderplatz und an weiteren zentralen Plätzen. Die Verbindung ist stabil genug für Karten, Nachrichten und kurze Videotelefonate.
Netzabdeckung und tote Winkel
Die drei großen deutschen Netze — Telekom, Vodafone und O2 — decken ganz Berlin gut ab. Oberirdisch gibt es kaum Lücken. In tiefer gelegenen U-Bahn-Tunneln gibt es noch vereinzelt Empfangslücken, besonders in älteren Streckenabschnitten. Daran wird gearbeitet, aber wer auf eine wichtige Karte angewiesen ist, sollte vorher herunterladen.
Wo SIM-Karten kaufen?
Am günstigsten: direkt im nächsten Aldi oder Lidl. Am bequemsten bei der Ankunft: Saturn oder MediaMarkt (mehrere Standorte in der Innenstadt). Am teuersten und damit am wenigsten empfehlenswert: am Flughafen BER. Die Preise dort liegen spürbar über dem Stadtdurchschnitt — wenn möglich, besser bis zur ersten Supermarkt-Gelegenheit warten.
Für den entspannten Berlin-Aufenthalt ohne Logistikstress: einfach vorab eine eSIM einrichten oder in der ersten halben Stunde nach der Ankunft kurz in einen Supermarkt abbiegen. Danach läuft alles von selbst. Und wer mit einer vollständig ausgestatteten Wohnung als Basis startet, hat ohnehin schon einen guten Anfang — bevoflats sorgt für den Rest.
Jakob Schick
Redakteur bei bevoflats. Immer auf der Suche nach dem besten Café um die Ecke.