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Ausflugsorte

Tropical Islands: Südsee unter dem Hangardach

JS

Jakob Schick

5 de febrero de 2026·4 min Lesezeit

Es gibt Ausflugsziele, die man erklären muss. Tropical Islands ist keines davon. Ein künstlicher Strand, echte Palmen, 25 Grad das ganze Jahr und Wasserrutschen, das Konzept verkauft sich von selbst. Was man vorher nicht erwartet: wie groß das alles wirklich ist. Und wie absurd es sich anfühlt, in Brandenburg in einem tropischen Regenwald zu stehen, während draußen Regen gegen das Hallendach trommelt.

Die Halle: Ein Weltrekord aus dem Kalten Krieg

Das Gebäude, in dem Tropical Islands untergebracht ist, war ursprünglich kein Freizeitpark. Es ist eine Luftschiffhalle, die in den frühen 2000er Jahren für das Unternehmen CargoLifter gebaut wurde, das riesige Transportzeppeline entwickeln wollte. Das Projekt scheiterte, das Unternehmen wurde insolvent, die Halle stand leer. Was blieb, ist mit 360 Metern Länge, 210 Metern Breite und 107 Metern Höhe nach wie vor das größte freitragende Gebäude der Welt. Der Eiffelturm würde mit Leichtigkeit darin Platz finden.

2004 eröffnete Tropical Islands in dieser Halle. Das Innere wurde zu einem tropischen Biotop umgebaut: 50.000 Pflanzen, darunter echter Regenwald mit ausgewachsenen Bäumen, ein 200 Meter langer Sandstrand, mehrere Becken und Pools. Die Temperatur beträgt ganzjährig 25 bis 30 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit ist entsprechend hoch. Wer im Januar ankommt und an der Umkleidekabine seine Winterjacke ablegt, braucht ein paar Minuten, um sich zu akklimatisieren.

Was es zu erleben gibt

Das Hauptbecken heißt Bali Lagoon und ist das Zentrum der Anlage: ein Wellenbad mit Palmen, Hängebrücken und einer Strandbar. Die Wellen kommen alle halbe Stunde, dazwischen liegt das Becken ruhig. Rundherum sitzen Menschen auf Liegestühlen zwischen Tropenpflanzen, als wäre das vollkommen normal.

Wer Rutschen will, findet sie im Bereich Amazonia: mehrere Bahnen unterschiedlicher Länge und Geschwindigkeit, von der familienfreundlichen Kurven-Rutsche bis zur Steilrutsche für Adrenalinjunkies. Der Sauna-Bereich Bali ist in den Abendstunden besonders beliebt und mehrfach preisgekrönt. Wer entspannen will, ohne im Wasser zu sein, findet außerdem die künstliche Regenwald-Zone: Spazierweg durch echte Tropenpflanzen, Vögel in den Bäumen, Wasserfall im Hintergrund.

Weniger bekannt ist das Außengelände: Auf dem Campingplatz direkt neben der Halle kann man übernachten, entweder im eigenen Zelt, in Bungalows oder im gehobenen Resort-Bereich. Wer die Abendstunden nutzen will, wenn die Tagesgäste abfahren und die Atmosphäre ruhiger wird, kann günstig vor Ort schlafen.

Anreise und Preise

Tropical Islands liegt in Brand, einem Ort zwischen Berlin und Cottbus. Mit dem RE2 vom Berliner Ostbahnhof erreicht man den Bahnhof Brand/Tropical Islands in etwa 50 Minuten. Vom Bahnhof fährt ein Shuttle-Bus in zehn Minuten zur Halle, der Preis liegt bei 3 Euro. Am Wochenende gibt es außerdem einen Direktshuttle vom Berliner Hauptbahnhof, der Fahrt und Eintritt als Kombiangebot anbietet. Das lohnt sich preislich, weil der Eintritt allein ohne Kombiticket bei 35 bis 50 Euro für Erwachsene und 25 bis 35 Euro für Kinder liegt.

Kombitickets mit Shuttle und Eintritt sind online deutlich günstiger als an der Tageskasse. Es lohnt sich, im Voraus zu buchen. Tagestickets gelten für den vollen Tag, also Öffnung bis Schließung. Wer nachts bleibt, braucht ein Ticket mit Übernachtungsoption.

Praktische Tipps

Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist wochentags am Vormittag. An Wochenenden und Schulferien ist die Halle voll, die Rutschen haben Wartezeiten, der Strand ist dicht besetzt. An einem Dienstagvormittag außerhalb der Ferien läuft man an den Rutschen fast durch.

Eigenes Essen ist im Außenbereich der Anlage erlaubt. Das spart erheblich, denn die Gastronomie im Inneren ist nach Freizeitpark-Standard bepreist. Ein Picknick im Strandkorb außen ist die bessere Variante, solange das Wetter stimmt. Wer drinnen isst, findet verschiedene Restaurants und Imbisse, von hawaiianischer Bowl bis Pizza.

Für Familien mit Kindern ist Tropical Islands eines der verlässlichsten schlechtwetter-unabhängigen Ausflugsziele im Berliner Umland. Regen spielt keine Rolle. Kälte auch nicht. Und während Eltern in der Sauna entspannen, können Kinder auf den Rutschen bleiben, bis sie fertig sind. Das ist das eigentliche Konzept. Von unseren Berliner Ferienwohnungen aus ist man mit der S-Bahn und dem RE2 in weniger als einer Stunde vor Ort.

JS

Jakob Schick

Redakteur bei bevoflats. Immer auf der Suche nach dem besten Café um die Ecke.