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Essen & Trinken

Die besten Frühstückscafés in Kreuzberg

BM

Berat Murati

10 de marzo de 2026·8 min Lesezeit

Kreuzberg wacht spät auf, dafür umso besser. Wer hier frühstückt, bekommt keine Hotelkette, sondern Berliner Kiezkultur auf dem Teller. Die Cafés in Kreuzberg spiegeln den Stadtteil selbst wider: international, unprätentiös und voller Überraschungen. Von israelischer Küche über Specialty Coffee bis zum saisonalen Bio-Brunch findet man hier alles, was ein guter Morgen in Berlin braucht.

Five Elephant — Reichenberger Straße

Die Specialty-Coffee-Rösterei ist längst kein Geheimtipp mehr, aber der Cheesecake ist nach wie vor einer der besten der Stadt. Five Elephant röstet die Bohnen selbst, direkt in Kreuzberg, und das schmeckt man in jeder Tasse. Der Flat White hier setzt Maßstäbe: samtig, ausbalanciert, mit einer leichten Süße, die ganz ohne Zucker auskommt.

Das Café selbst ist minimalistisch eingerichtet, helle Holztische, offene Röstmaschine im Hintergrund. An Wochenenden kann es voll werden, unter der Woche findet man fast immer einen Platz. Wer den Cheesecake probieren will, sollte früh kommen, er ist regelmäßig vor dem Nachmittag ausverkauft.

Adresse: Reichenberger Str. 101. Öffnungszeiten: Mo-Fr 8:30-18:00, Sa-So 10:00-18:00. Tipp: Den Filterkaffee als Pour-Over bestellen, nicht als Batch Brew.

Ora — Oranienplatz

In einer ehemaligen Apotheke mit hohen Decken, dunklem Holz und Kronleuchtern serviert das Ora ein Frühstück, das zwischen Tel Aviv und Berlin pendelt. Die Shakshuka ist scharf genug, um wach zu werden, und kommt mit warmem Brot zum Eintunken. Dazu passt ein frisch gepresster Orangensaft oder einer der hausgemachten Limonaden.

Das Ora gehört zu den Orten, die man betritt und sofort bleiben will. Die Atmosphäre ist einladend ohne aufdringlich zu sein, die Bedienung freundlich und aufmerksam. Abends verwandelt sich das Café in eine Cocktailbar, aber morgens gehört es den Frühstückern. Die Portionen sind großzügig, die Preise für Kreuzberg fair.

Adresse: Oranienplatz 14. Budget: 12-18 € pro Person mit Getränk. Tipp: Unter der Woche ohne Reservierung kommen, am Wochenende lieber vorher anrufen.

Café Mugrabi — Graefestraße

Israelisches Frühstück in Perfektion: frischer Hummus, warme Pita, eingelegtes Gemüse, Labne mit Olivenöl und Za'atar. Dazu einen Minztee oder einen türkischen Kaffee. Das Mugrabi serviert das, was in Tel Aviv als Standardfrühstück gilt, und das auf einem Niveau, das man in Berlin selten findet.

Das Lokal selbst ist klein und gemütlich, im Sommer sitzt man draußen in der ruhigen Graefestraße. Die Karte bietet auch Mittag- und Abendessen, aber das Frühstück ist der Grund, warum man herkommt. Besonders die Sabich-Variante mit gebratenem Auberginenstück, Ei und Tahini ist herausragend.

Adresse: Graefestr. 15. Budget: 10-15 €. Tipp: Das Frühstück für zwei bestellen und teilen, die Portionen sind reichhaltig.

Hallmann & Klee — Böckhstraße

Saisonale Karte, handgemachtes Brot und ein Innenhof, der im Sommer zum Verweilen einlädt. Hallmann & Klee ist das Café für alle, die Wert auf regionale Zutaten und ehrliche Küche legen. Die Karte wechselt mit den Jahreszeiten: im Frühling gibt es Spargel-Omelett, im Herbst Kürbis-Pancakes.

Das Brot wird selbst gebacken, die Marmeladen eingekocht, die Butter kommt von einem Brandenburger Hof. Das klingt nach Aufwand, schmeckt man aber in jedem Bissen. Unser Favorit: das Omelett mit Ziegenkäse, frischen Kräutern und einem kleinen Salat dazu. An Sonntagen ist der Brunch hier einer der besten im Kiez, aber auch einer der beliebtesten. Früh da sein lohnt sich.

Adresse: Böckhstr. 2. Budget: 14-20 €. Tipp: Den Innenhof nutzen, solange es warm genug ist. Im Winter ist der Platz am Fenster der beste.

Concierge Coffee — Paul-Lincke-Ufer

Perfekter Filterkaffee zum Mitnehmen, dazu ein Croissant aus der Bäckerei nebenan, und dann ab auf die Bank am Landwehrkanal. Der Concierge ist kein Café im klassischen Sinn, sondern ein winziger Kaffee-Kiosk mit vielleicht drei Sitzplätzen. Aber genau das macht den Charme aus.

Die Bohnen wechseln regelmäßig, der Barista kennt jeden Gast. Im Sommer reihen sich die Leute mit ihren Concierge-Bechern am Kanal auf, das gehört zum Kreuzberger Sonntagmorgen wie der Türkische Markt am Maybachufer. Wer hier seinen Kaffee trinkt und dabei auf das Wasser schaut, versteht, warum Kreuzberg für viele der schönste Stadtteil Berlins ist.

Adresse: Paul-Lincke-Ufer 39a. Budget: 3-5 € für Kaffee. Tipp: Am Dienstag oder Freitag kommen, wenn gleichzeitig der Türkische Markt am Maybachufer stattfindet.

Roamers — Pannierstraße

Ein australisch inspiriertes Café, das Kreuzberg mit Avocado-Toast und Flat Whites erobert hat, bevor das zum Klischee wurde. Die Karte ist klein, aber jedes Gericht sitzt. Die Pancakes mit Ahornsirup und frischen Beeren sind ein Traum, die Eggs Benedict mit Lachs sind der Klassiker. Roamers hat eine treue Stammkundschaft und ist vor allem am Wochenende gut besucht.

Adresse: Pannierstr. 64. Budget: 12-16 €. Tipp: Unter der Woche hingehen, dann bekommt man sofort einen Platz.

Praktische Tipps für das Frühstück in Kreuzberg

Die meisten Cafés in Kreuzberg öffnen zwischen 9 und 10 Uhr. Wer vor 10 Uhr kommt, hat fast überall freie Platzwahl. Am Wochenende kann es ab 11 Uhr voll werden, dann muss man mit 15-30 Minuten Wartezeit rechnen. Reservierungen sind in den wenigsten Cafés möglich und meistens auch nicht nötig.

Bargeld dabeizuhaben ist in Kreuzberg immer eine gute Idee. Die meisten Cafés akzeptieren mittlerweile Karte, aber nicht alle. Das Budget für ein ausgiebiges Frühstück mit Getränk liegt bei 12-20 Euro pro Person, je nach Café.

Alle genannten Cafés liegen fußläufig voneinander. Wer in einer Ferienwohnung in Kreuzberg wohnt, kann sich an einem Wochenende durch drei oder vier davon probieren. Am besten startet man mit einem Kaffee beim Concierge am Kanal und arbeitet sich dann ins Kiez vor.

BM

Berat Murati

Gründer von bevoflats. Berliner aus Leidenschaft, Gastgeber aus Überzeugung.